Daniel Huber bei seinem Impulsvortrag über die Zukunft der Mobilität beim Jahresempfang der Österreichischen Bahnindustrie.

Der radikale Shift zur
supermodalen Mobilität.

von Daniel Huber, Head of moodley industrial design

Warum das Auto in seiner aktuellen Form zum Scheitern verurteilt ist und uns nur Denken in integrierten Systemen weiterbringt.

Fünf Thesen zur Zukunft der Fortbewegung.
Urbanisierung verändert fast alles

Bald werden etwa 70 Prozent aller Menschen in Städten leben. Individuelle Mobilität wie wir sie heute kennen, wird zu diesem Zeitpunkt an ihre Grenzen gestoßen sein. Das Grundbedürfnis, Personen oder Waren von einem Ort zum anderen zu transportierten – möglichst rasch und möglichst effizient – wird sich aber dasselbe bleiben. Die zunehmende Urbanisierung wird also das Gesicht dessen, wie wir uns fortbewegen auf bislang ungekannte Weise verändern und uns zwingen, neue Lösungen zu finden.

Nachhaltigkeit ist nicht optional

Die effiziente und nachhaltige Nutzung unserer Ressourcen ist dabei keine kann-Bedingung. Es ist eine muss-Voraussetzung, wenn Mobilität vorankommen will. Schon in der Gegenwart, aber viel mehr aber noch in den Städten der Zukunft muss nicht nur die Energie, sondern auch der Platz sowie die Zeit ihrer Bewohner mit größtem Bedacht genutzt werden. Vor diesem Hintergrund darf man sich dann zu Recht die Frage stellen, ob ein Individualverkehrsmittel wie das Auto, das 90 Prozent seiner Lebensdauer unbenutzt herumsteht, eine zukunftsträchtige Idee ist, egal womit es letztlich angetrieben wird.

Mobilität braucht ganzheitliche Lösungen

Neue Mobilitätskonzepte gibt es viele. Die Paketdrohnen und Hyperloops dieser Welt sind da nur die Spitze des Eisbergs. Ihnen allen ist aber eines gemeinsam: Sie beschäftigen sich nur damit, wie entweder eine Person oder ein Produkt von A nach B gebracht werden kann. Was nun, wenn es weiter nach C und dann nach D muss? Viele neue Ideen stoßen genauso wie die Alten an dieser Stelle an ihre Grenzen. Zukunftsträchtige Ideen müssten die Transportation-Frage in ganzem Umfang beantworten und nicht nur teilweise.

Die Zukunft ist supermodal

Gerade an der Schnittstelle zwischen den verschiedenen Systemen liegt viel Potenzial, das aktuell auch von den vielen „Zukunftsideen“ ungenutzt bleibt. Unser Lösungsansatz, der dieses Potenzial nutzt wäre ein System, das über die bloße Intermodalität hinausgeht und ein Konzept der supermodalen Mobilität erschafft. Ein System aus standardisierten EXO-Units, in definierter Dimensionssystematik, kompatibel mit unterschiedlichen Carriern. Dies ermöglicht den nahtlosen Übergang zwischen Straße, Schiene und Luftverkehr, Schiffsverkehr, Seilbahnen und Liften. Die Elemente können für Personen- sowie Güterverkehr ausgelegt werden und sind sowohl für öffentlichen Verkehr als auch individuelles Reisen gedacht.

Ideen auf Schiene bringen

Die Schiene kann eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung der Mobilität einnehmen. Wenn auch die öffentliche Sichtbarkeit eher gering ist, steckt in der Branche doch das Potenzial zum Anführer der Mobilitäts-Revolution. Über unsere Analyse der Ist-Situation und das Potenzial von Innovation im Transportation-Sektor und vor allem diese Zukunftschancen habe ich vor Kurzem beim Jahresempfang der österreichischen Eisenbahn-Industrie vor den Spitzen der Industrie gesprochen. In einer anschließenden Podiumsdiskussion ging es dann vor allem darum, wie diese Möglichkeiten sichtbar gemacht und optimal genutzt werden können. Denn darum geht es ja auch beim Gestalten der Zukunft.

Irgendwann wird aus der Zukunft die Gegenwart und aus Möglichkeiten werden Tatsachen. Und dann sollten die Chancen genutzt worden sein.

Bei der anschließenden, von Rosa Lyon (ORF) moderierten, Podiumsdiskussion diskutierte Daniel Huber mit DI Günter Steinbauer (GF WIENER LINIEN), DI Dr. Johann Pluy (GF ÖBB-Business Competence Center) und DI Manfred Reisner (Präsident Verband der Bahnindustrie).
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